Wirtschaftsvereinigung Stahl
Stahlindustrie warnt vor Folgen eines Erdgasembargos für Versorgung mit Industriegütern

Die Stahlindustrie in Deutschland unterstützt die Politik der Bundesregierung, sich schnellstmöglich aus der Energieabhängigkeit von Russland zu lösen, alternative Versorgungswege zu etablieren und den Ausbau der erneuerbaren Energien zu beschleunigen. Sie steht auch hinter den eingeführten Wirtschaftssanktionen.

Zugleich warnt die Stahlindustrie ausdrücklich vor den Folgen eines insbesondere auf Erdgas ausgerichteten Embargos. Ohne Erdgas aus Russland wäre eine Stahlproduktion zurzeit nicht möglich. Die Stahlindustrie ist mit 40 Mio t Rohstahlproduktion der größte Hersteller in der EU und der achtgrößte Produzent weltweit. Stahl ist zudem der Basiswerkstoff und Ausgangspunkt nahezu aller industriellen Wertschöpfungsketten. Ein unmittelbarer Importstopp von russischem Gas würde daher nicht nur zu Produktionsstillständen in der Stahlindustrie, sondern auch zu einem Einbruch der Industrieproduktion in Deutschland und der EU führen. Die Folgen für den Industriestandort Deutschland könnten daher langfristig belastend sein. Ökonomische Modelle, in denen Industrieanlagen beliebig schnell hoch- und runtergefahren werden, machen die Risiken eines solchen Schritts nicht wirklich deutlich.

Mehr in FocusRostfrei 12/2022

 

About the author

Verbunden

Kontaktformular
close slider