London Metal Exchange nimmt Schrott ins Visier

Anstieg setzt sich fort – neuer Höchststand
Ähnlich zum Bild an den internationalen Aktienbörsen, setzte sich auch der Anstieg der Nickel-Notierung an der London Metal Exchange (LME) fort. Inzwischen wurde ein neues Hoch bei 14.785 US$/t markiert. Im Vormonat lag der Kurs zunächst noch unter 13.000 US$/t, konnte sich dann aber befestigen, ohne jedoch die Marke von 14.000 US$/t zu erreichen. So lag der Juli-Durchschnitt des 3-Monats-Nickel-Futures auch „nur“ bei 13.402 US$/t. Nun wäre es zu einfach, den Anstieg der Nickel-Preise lediglich auf die expansive Geldpolitik der Zentral-
banken und eine entsprechend positive Investorenstimmung zurückzuführen. Sicher spielt das zu einem gewissen Teil auch eine Rolle und lässt einen mitten in der Krise, insbesondere bei den Aktien, ungläubig die Augen reiben. Es liegen jedoch zunehmend mehr Fundamentaldaten und Indikatoren vor, die – zumindest für den Moment zu belegen scheinen -, dass die Talsohle der wirtschaftlichen Entwicklung erst einmal durchschritten wurde und es wieder aufwärts geht.

Breitere Datenbasis ermöglicht bessere Einschätzungen
Waren zu Beginn der Krise jegliche Einschätzungen wegen fehlender Daten und Vergleichsperioden mit sehr großen Unsicherheiten behaftet, so konnte der Chefvolkswirt der HSBC Deutschland, Stefan Schilbe in seinem Webinar vom 18. August 2020 über die volkswirtschaftliche Lage und Aussichten auf größere Datenkränze der bisherigen Krisenmonate seit Beginn des Jahres zurückgreifen. Dies ließ auch solidere Aussagen über die Standortbestimmung zu. Die weltweiten Einkaufsmanagerindizes (PMI – Purchasing Managers‘ Index), welche Aussagen über die Beschaffungsaktivitäten der Unternehmen machen und damit ein wichtiger Frühindikator sind, haben im April 2020 den Tiefpunkt erreicht. Bereits die Juli-Daten zeigten sich deutlich erholt und weitgehend wieder auf Wachstum getrimmt.
Wirtschaftsdaten aus China belegen inzwischen, dass die Erholung dort V-förmig verläuft, wobei zuletzt allerdings eine gewisse Verlangsamung festzustellen ist. Sektoral gibt es aber erhebliche Unterschiede. In USA hingegen bleiben die Konsumenten skeptisch. Kein Wunder, war dort die Arbeitslosigkeit von 3,5 % aufgrund der sehr flexiblen Arbeitsmarktgesetze, quasi aus dem Stand, auf beinahe 15 % hochgeschnellt. Aktuell hat sich diese leicht verbessert, liegt aber immer noch bei rund 10 %.

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