Nickel trotzt schwächeren Daten aus China

Chinas Wirtschaft stottert, Nickel unbeeindruckt
Trotz allgemein schwächerer Wirtschaftsdaten, schwächerer Aktienbörsen und der zunehmenden Angst, die Zentralbanken könnten auf Sicht die Zügel der ultralockeren Geldpolitik anziehen, setzt Nickel an der London Metal Exchange (LME) und Shanghai Futures Exchange (SHFE) seinen Aufwärtstrend unbeirrt fort. Bei Kursen von um und über 20.500 US$/t wurde an der LME ein neuer Höchststand seit sieben Jahren verzeichnet, bevor die Notierung korrigierte und nun um 20.000 US$/t handelt. An der SHFE erreichte Nickel gar ein Allzeithoch, was allerdings auch damit zusammenhängt, dass der Nickel Future an der chinesischen Börse erst im März 2015 eingeführt wurde. An der LME wird Nickel immerhin schon seit 1979 gehandelt.

Die Stärke von Nickel wird vor allem durch eine gute Nachfrage und niedrige Börsenlagerbestände begründet. Aber Vorsicht, bei den Börsenbeständen handelt es sich nur um die sichtbaren Reservemengen. Sicher spielten aber bei den letzten Preisanstiegen charttechnische Kaufsignale ebenso eine Rolle, wie eine zunehmende Beimischung von Industriemetallen zum Inflationsschutz. Inflationäre Tendenzen bei den Rohstoffen sind 2021 je nach Rohstoff durchaus feststellbar. Gesamtwirtschaftlich stellt sich so die Frage, wie nachhaltig diese Effekte auf die allgemeine Preisentwicklung für Unternehmen und Haushalte durchschlagen.

Gespenst Inflation macht derzeit noch keine Angst
Derzeit ist es (noch) die herrschende Meinung von Zentralbanken und Ökonomen, dass der Anstieg der Inflation ein temporäres Phänomen ist. Wie das Morning Briefing von ThePioneer allerdings schreibt, wird durch den Bundesbankpräsidenten Weidmann für Deutschland bis zum Jahresende eine Inflationsrate von 5 % erwartet. Aus seiner Sicht überwiegen klar die Aufwärtsrisiken. Insbesondere die Europäische Zentralbank (EZB) ist aber überzeugt, dass das Verschwinden der sogenannten Basiseffekte zu einem mechanischen Rückgang der Inflation im kommenden Jahr führen wird. Das heißt im Klartext, wenn die Preise erst einmal ihren Höhepunkt erreicht haben und es zu keinen weiteren Preissteigerungen kommt, werden die Veränderungen im kommenden Jahr ins mathematische Verhältnis zu einem bereits höheren Preisniveau gesetzt, was die prozentuale Rate entsprechend niedriger ausfallen lässt, als bei einer niedrigeren Basis.

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