Nach dem Hoch folgt die Konsolidierung
Die Nickel-Preise an der London Metal Exchange (LME) gönnen sich nach Erreichung eines neuen Hochs am 03. September 2020 von 15.810 US$/t eine Verschnaufpause. Man sagt, die Preise konsolidieren, denn der Anstieg ging sehr schnell und beinahe linear, was die Notierungen in einen sogenannten überkauften Bereich brachte. Das schreit unter einer technischen Analyse und Betrachtung wiederum nach einer Korrektur. Es muss erst einmal wieder kontrolliert etwas Luft entweichen, damit keine artifizielle Blase entsteht, die dann platzen könnte. Allerdings darf bei dem Kursanstieg nicht vergessen werden, dass sich der Außenwert des US$ in diesem Zeitraum teilweise nicht unerheblich gemindert hat. Damit sah der Nickel-Preis ausgedrückt in anderen Währungen weniger stark aus. Die derzeit gute, weltweite Nachfrage nach Edelstahl-Schrott zeigt aber, dass der Anstieg bei Nickel sicher nicht nur einen spekulativen Hintergrund hat.
Warum in diesem Zusammenhang die Edelstahl-Produzenten Preisreduzierungen für Rohstoffe durchsetzen möchten, ist zwar grundsätzlich immer verständlich, dürfte aber nicht nur einem Wirtschaftsprofessor unverständlich bleiben, denn Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Und warum bei einer gestiegenen Nachfrage und einem zumindest nicht ebenbürtig gestiegenen Angebot Preise fallen sollen, entzieht sich der üblichen marktwirtschaftlichen Logik. Natürlich gibt es auch so etwas, was man Verhandlungstaktik nennt. Diese muss nicht immer rational sein, führt aber nur selten auch dauerhaft zu irrationalen Ergebnissen. Außerdem darf es nach vielen Jahren der Käufermärkte für Rohstoffkonsumenten auch mal wieder sein, dass der Wind sich dreht und man es derzeit eher mit Verkäufermärkten zu tun hat.

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